Bundesgerichtshof prüft Rückforderung von Verlusten bei nicht autorisierten Online-Casinos
Drew Ludwig · Oct 10, 2026

Bundesgerichtshof prüft Rückforderung von Verlusten bei nicht autorisierten Online-Casinos

Der Bundesgerichtshof befasst sich derzeit mit der Frage, ob Spieler Verluste aus Online-Casino-Spielen zurückfordern können, die bei Anbietern ohne deutsche Lizenz entstanden sind, und das Verfahren dreht sich um einen konkreten Fall, in dem ein Kläger etwa 10.000 Euro von Tipico Games verlangt, während der Betreiber zwischen Dezember 2020 und September 2022 über eine maltesische Lizenz verfügte, jedoch keine deutsche Genehmigung besaß, und niedrigere Instanzen die Verträge wegen des früheren vollständigen Verbots von Online-Glücksspiel für nichtig erklärt haben.
Beobachter verfolgen den Fortgang genau, da das höchste deutsche Zivilgericht nun die rechtlichen Grundlagen prüft, ohne dass eine Entscheidung in naher Zukunft erwartet wird, und die Akteure warten auf weitere Verfahrensschritte, die möglicherweise bis in den Oktober 2026 andauern könnten, während die beteiligten Parteien ihre Argumente vorbereiten.
Hintergründe des konkreten Falls
Der Kläger hatte in dem genannten Zeitraum Beträge bei Tipico Games eingesetzt, und das Unternehmen operierte unter maltesischer Lizenz, wobei deutsche Vorschriften zum Online-Glücksspiel noch nicht in Kraft waren, und die Vorinstanzen stellten fest, dass die geschlossenen Verträge wegen des damaligen Totalverbots unwirksam seien, was die Möglichkeit einer Rückforderung eröffnen könnte, und Experten erläutern, dass solche Fälle auf der Grundlage von Paragraf 134 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bewertet werden.
Die maltesische Lizenz erlaubte zwar den Betrieb in anderen EU-Staaten, doch in Deutschland fehlte die erforderliche nationale Zulassung, und das führte dazu, dass die Spielverträge als rechtswidrig eingestuft wurden, während der Kläger nun die Erstattung der Verluste anstrebt, und Gerichtsunterlagen zeigen, dass ähnliche Klagen in mehreren Bundesländern anhängig sind.
Entscheidungen der Vorinstanzen
Landgerichte und Oberlandesgerichte hatten in früheren Runden entschieden, dass die Verträge nichtig sind, weil sie gegen das bis 2021 geltende Verbot von Online-Casinos verstießen, und diese Bewertung stützt sich auf die damalige Rechtslage, die keine Ausnahmen für ausländische Lizenzen vorsah, während Tipico Games argumentiert, dass die EU-Dienstleistungsfreiheit eine andere Sichtweise erfordere.

Die Richter der unteren Instanzen betonten, dass der Schutz der Spieler im Vordergrund stehe, und die Verträge daher unwirksam seien, was eine Rückzahlung ermöglichen würde, und diese Linie wird nun vom Bundesgerichtshof überprüft, der die bundesweite Bedeutung des Falls erkennt, während weitere Verfahrensbeteiligte Stellungnahmen einreichen.
Die Rolle des Bundesgerichtshofs
Der Bundesgerichtshof hat das Verfahren angenommen, um grundsätzliche Fragen zum Verhältnis von EU-Recht und nationalem Glücksspielrecht zu klären, und die Richter prüfen, ob die Nichtigkeit der Verträge auch nach dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags Bestand hat, wobei eine schnelle Entscheidung nicht erwartet wird, und Verfahrensbeobachter rechnen mit einer umfassenden Analyse der europarechtlichen Aspekte.
Tipico Games verteidigt seine Position mit Hinweis auf die maltesische Erlaubnis, während der Kläger auf die fehlende deutsche Autorisierung verweist, und das Gericht wird in den kommenden Monaten weitere Unterlagen sichten, bevor es zu einer mündlichen Verhandlung kommt, die möglicherweise erst 2026 terminiert wird.
Aktueller Stand und mögliche Auswirkungen
Stand Oktober 2026 bleibt das Verfahren beim Bundesgerichtshof anhängig, und keine endgültige Entscheidung liegt vor, während ähnliche Klagen in anderen Gerichtsbezirken ruhen, bis die höchstrichterliche Klärung erfolgt, und Betroffene sowie Anbieter beobachten die Entwicklung genau, um ihre nächsten Schritte abzustimmen.
Die Prüfung konzentriert sich auf die Frage, ob Verluste aus nicht lizenzierten Angeboten zurückgefordert werden können, und das Ergebnis könnte bundesweit Auswirkungen auf laufende Verfahren haben, während die beteiligten Parteien auf die Entscheidung warten, und Gerichtssprecher bestätigen, dass der Fall noch in der Vorbereitungsphase ist.
Fazit
Der Bundesgerichtshof setzt seine Prüfung fort, ohne dass ein Urteil unmittelbar bevorsteht, und der Fall um die Rückforderung von rund 10.000 Euro bei Tipico Games bleibt ein zentrales Beispiel für die rechtlichen Herausforderungen im Bereich nicht autorisierter Online-Casinos, während die Vorinstanzen die Verträge als nichtig bewertet haben und die höchste Instanz nun die endgültige Klärung vorbereitet. Tag24-Bericht zum Verfahren und eine EU-Kommissionsübersicht zu Glücksspielregelungen liefern weitere Hintergrundinformationen zu den zugrunde liegenden Vorschriften.